Zeitungsberichte Werra Rundschau

Bericht vom 07.01.2019

Braucht einen frischen
Schnitt: Der Ficus Benjamin
wird von Gerd
Heuckeroth beschnitten
und gedrahtet.
Das bdeuete, dass den
jungen Trieben immer
wieder Formen vorgegeben
werden, in die
sie wachsen. So gestalten
Bonsaikünstler
ihre Pflanzen.
FOTOS: STEFANIE SALZMANN

„Jeder Baum will groß werden“

MEIN SCHÖNSTES HOBBY Gerd Heuckeroth zieht seit fast 40 Jahren Bonsais.

 

In unserer Region leben Tausende Menschen mit einem außergewöhnlichen Hobby. Viele pflegen ihre besonderen Freizeitbeschäftigungen nur im Verborgenen.
Wir möchten die Talente ans Licht bringen. 
Heute: Bonsaizüchter Gerd Heuckeroth.

VON STEFANIE SALZMANN

 

Schwebda – Die älteste Bonsaipflanze im Wintergarten von Gerd Heuckeroth in Schwebda ist seit mehr als 30 Jahren kleinwüchsig. Doch dem Elefantenbaum 
im Miniaturformat sieht man sein Alter nicht an. „Den habe ich von meiner Mutter übernommen. Das heißt, die Pflanze selbst ist deutlich älter“, sagt Heuckeroth.
Um die 30 kleine Bäume finden sich zur kalten Jahreszeit in dem Wintergarten,
der dem Bonsaigärtner auch als Werkstatt dient. Viel braucht man nicht, die Pflanzen
sind klein und um sie zu gestalten, reichen kleine Spezialzangen und Draht auf Rollen.
Die japanische Kunst entdeckte Heuckeroth zu Beginn der 1980er-Jahre für sich.

Ein Bekannter hatte ihn um eine Bonsaipflanze gebeten. Die besorgte Heuckeroth
im bis heute bestehenden Bonsai-Zentrum in Heidelberg zu einer Zeit, als Bonsai in Mitteleuropa weitestgehend unbekannt war. Heuckeroth war fasziniert und buddelte seine erste Lärche im nordhessischen Wald aus und versuchte sich an ihr. Der Baum überstand das erste Jahr nicht.

 

"Es war viel Learning by Doing dabei.“

 

„Ich wusste einfach nichts darüber.“ Doch schnell kamen auch hierzulande die
ersten Bücher auf den Markt und Heuckeroth konnte sich professionalisieren.

„Trotzdem war viel Learning by Doing dabei“, sagt der 67-Jährige heute.
1994 gründete Heuckeroth nach einer Kirmes den Arbeitskreis Bonsai, dem
heute Bonsaifreunde aus Meinhard, Eschwege und Sontra angehören. Einmal
im Monat treffen sie sich, bringen ihre Zöglinge mit und arbeiten daran. Und das
ist regelmäßig notwendig. Denn: „Jeder Baum will groß werden“, sagt Heuckeroth.
Bei ihren Treffen machen sie auch regelrechte „Fallbesprechungen“. Bei der Baumbearbeitung verfolgen die Bonsaimacher auch bestimmte Stilrichtungen,
in deren Rahmen sie sich aber relativ frei bewegen. So gibt es die sogenannte
Kaskadenform, bei der die Pflanze eher nach unten strebt oder den windgepeitschten
Baum, der sich in eine Richtung legt. Doch bei dieser einst aus Fernost stammenden Gartenkunst ist nicht nur Gestaltungstalent, Geduld und Kontinuität gefragt, es bedarf
auch Wissen über Biologie. Bäume beispielsweise, die in unseren Breiten auch natürlich
vorkommen, sollen auch im Freien überwintern. „Die brauchen ihre Jahreszeiten“,
sagt Heuckeroth. Außerdem muss man wissen, welche Böden und welche Düngung sie brauchen. Der Arbeitskreis Bonsai leidet wie viele andere Vereine vor allem darunter, dass sich kein Nachwuchs findet – außer an den ewig wiederkehrenden Trieben der kleinen Bäume, die eigentlich ganz groß werden wollen.

HINTERGRUND

Gestaltungskunst Bonsai ist mehr als 2000 Jahre alt

 

Bonsai steht für eine japanische Variante einer alten fernöstlichen Gartenkunst, bei der
Sträucher oder Bäume in kleinen Gefäßen, aber auch im Freien zur Wuchsbegrenzung
gezogen und ästhetisch durchgeformt und gestaltet werden. Diese Kunstform entstand
in alten China. Frei übersetzt bedeutet der Begriff Bonsai „Baum im Topf“. Ziel der Bonsaikunst ist es, eine Pflanze über die Jahre so zu gestalten, dass sie im
Wesentlichen schon das Aussehen eines normalen Baumes hat, aber eine handliche
Miniaturfassung bleibt. Um das zu erreichen, muss die Pflanze regelmäßig geschnitten
werden. Um sie zu gestalten und den Ästen die Wuchsform vorzugeben, wird sie
„gedrahtet“. Das bedeutet, dass die Triebe mit Draht umwickelt und so vorgeformt
werden.
Bevorzugt werden beim Bonsai Pflanzen, die von Natur aus schon etwas kleinere Blätter
haben, damit später die Proportionen stimmig sind. In unseren Breiten eignen sich
dafür Lärchen, Fichten, Kiefern, Birken, Ulmen, Ahorn, Buchen und Linden. Aber auch
klassische Zimmerpflanzen wie der Ficus Benjamin oder das Dickblatt (auch  Elefantenbaum oder Affenbrotbaum genannt) eignen sich gut.
Die Formung von Bäumen hat eine lange Geschichte. Im alten China haben Mönche
bereits vor 2000 Jahren Bäume in Töpfen gehalten. Die Technik wurde immer weiter
verfeinert, es entstanden ganze Landschaften und sogenannte Tabletts. Viele Darstellungen handelten von Tieren. Nach Japan kam die Bonsaikunst mit dem Zenbuddhismus erst circa 600 nach Christus durch Wandermönche.
Die Japaner gestalteten allerdings anders als die Chinesen. Tiere spielten dabei keine Rolle, sondern man wollte sich möglichst nah an der Natur orientieren. Dabei
entstanden richtige Stilrichtungen wie zum Beispiel die „Kaskadenform“  herunterhängend) oder „windgepeitschte Form“ wie die Windflüchter an der Küste.
1878 erregte Bonsai als Kunst anlässlich einer Weltausstellung in Paris erstmals auch
in Europa Aufmerksamkeit und Interesse. Und damit begann die Bonsaikunst ihren
Siegeszug um die ganze Welt. (salz)

Bericht vom 06.03.2018

Start der Bonsai-Saison

Die Bonsaifreunde Werratal 94 geben Pflege-Tipps und laden zum Workshop ein.

 

Die Bonsaifreunde Werratal 94 möchten sich nun wieder einmal zu Wort melden, denn es gilt, sich nun auf die neue Bonsai-Saison vorzubereiten. Von dem Indoor-Bonsai abgesehen, befinden sich die meisten Bonsaibäume jetzt noch in der Winterruhe. Die ersten Arbeiten können aber bereits angegangen werden. Laubbäume und auch Eiben, Kiefern und Wacholder können bereits umgetopft werden.

Da diese Maßnahme in der Regel auch mit einem Wurzelschnitt verbunden ist, sollten diese Bonsai anschließend frostfrei aufgestellt werden. Auch können die meisten Bäume nun auch gedrahtet werden.

Auch der Astschnitt kann begonnen werden, allerdings auch mit anschließendem Schutz vor Frost. Die Indoor-Bonsai (Ficus, Chin. Ulmen etc.) können diese Arbeiten in vollem Umfang erfahren, denn diese Bäume durchleben ja keine Winterruhe im eigentlichen Sinn.

Weiterhin stellen sich nun die Fragen hinsichtlich des Substrates, Bonsaidüngers, Pflanzenschutzmittels und Materials jeglicher Art, wie beispielsweise Bonsaidraht. Besitze ich davon noch genügend oder muss ich mich noch damit eindecken?

Denn auch die Düngeperiode wird langsam im März begonnen.

Wenn die Bonsais anfangen zu treiben, erkennbar an den frischen jungen Trieben oder auch am Dickenwachstum der Knospen, dann wird mit dem Triebschnitt begonnen.

Der Unterschied zwischen dem Ast- und dem Triebschnitt ist der, dass beim Astschnitt das „Grunderscheinungsbild“ geschaffen wird, während der Triebschnitt die filigranere Verzweigung hervorbringen sollte. Die Triebschnittarbeiten beginnen normalerweise gegen Ende März/Anfang April. In Einzelfällen kann aber bereits jetzt ein Triebschnitt notwendig werden – unter Umständen bei Eiben. Dies ist von den Wintertemperaturen abhängig. Bei wärmeren Perioden fangen die Bäume eben früher an zu treiben. Dann ist peinlichst auf Spätfröste zu achten. Im vorigen Jahr hatten wir ein solches Problem. Nach einem warmen Spätwinter erfolgte ein erneuter Frosteinbruch. Die jungen Triebe froren zurück und schädigten die Bäume. Erst ein zweiter Austrieb brachte dann das volle Laub am Baum, aber eben doch erheblich verspätet.

Es muss natürlich nicht jedes Jahr umgetopft werden. Als Faustregel kann man annehmen, dass junge Bonsai alle zwei Jahre und ältere Bäume etwa alle fünf Jahre umgetopft werden.

Weitere Kriterien sind verdichtete Substrate, wenn diese kein Wasser mehr aufnehmen. Wenn die Wurzeln vollständig die Schale ausfüllen, ist ebenfalls ein Umtopfen erforderlich. Dies kann man prüfen, indem man den Baum vorsichtig aus der Schale nimmt und dabei feststellt, dass kaum noch Erde vorhanden ist und die Wurzeln sich um die Schalenränder winden – sehr häufig bei chinesischen und japanischen Ulmen. Auch Schädlingsbefall im Wurzelbereich machen ein sofortiges Umtopfen außerhalb des üblichen Umtopfzyklus erforderlich.

Zu den allgemeinen Pflegehinweisen möchten wir auf die „Bonsaiserie“ im vergangenen Jahr an gleicher Stelle erinnern. Gern stellen wir diese eigenen Ausführungen auf Wunsch zur Verfügung, für die wir natürlich keine Garantie übernehmen können. Für die Arbeiten an den Bäumen

ist jeder Bonsaianer selbst verantwortlich. Unsere Berichte können nur als Anregung oder Tipp und Hinweis verstanden werden.

 

 

HINTERGRUND

Workshop für Bonsaibesitzer

Die Bonsaifreunde möchten bereits jetzt auf Folgendes hinweisen:

Nachdem der vorjährige Workshop als Erfolg gesehen werden kann, wird auch in diesem Jahr wieder ein öffentlicher Workshop angeboten. Dabei stehen die Mitglieder persönlich zur Unterstützung

zur Verfügung, sei es bei Umtopfen, Gestalten und so weiter. Auch können diese Arbeiten gemeinsam an einem Baum verrichtet werden. Substrat und die Besucher sollten nur ihren Baum mitbringen. Es wird um Anmeldung gebeten. Der Workshop findet am Sonntag, 22. April, in der Zeit von 10 bis 18 Uhr im Bürgerhaus „Werratal“ in Meinhard-Schwebda statt.

 

• Weitere Infos und Anmeldung:

Gerd Heuckeroth,

Kellaer Straße 13

37276 Schwebda,

Tel. 0 56 51 - 5 06 35 oder

Handy: 0157 - 53 14 05 40,

E-Mail: gcheuckeroth@unitybox.de

Bericht vom 20.02.2018

Bonsaifreunde

bieten einen

Workshop an

 

SCHWEBDA. Jetzt gilt es, sich auf die neue Bonsai-Saison vorzubereiten: Die Bonsaifreunde Werratal 94 bieten deshalb am Sonntag, 22. April, wieder einen Workshop an. In der Zeit von 10 bis 18 Uhr können sich Bonsai-Besitzer im Bürgerhaus „Werratal“ in Schwebda über die anstehenden Arbeiten zum Frühjahr informieren und sich hilfreiche Tipps holen.

Die meisten Outdoor-Bonsaibäume befinden sich derzeit noch in Winterruhe, doch die ersten Arbeiten können laut der Bonsaifreunde bereits jetzt angegangen werden. So könnten Laubbäume wie Eiben, Kiefern und Wacholder bereits jetzt umgetopft werden.

In der Regel gelte, junge Bäume sollten alle zwei und ältere etwa alle fünf Jahre umgetopft werden. Während des Workshops gibt es neben den Tipps zum Umtopfen auch Hilfestellungen bei der Gestaltung und Pflege der Bonsais, zudem kann auch gemeinsam gestaltet werden. (red/dir)

 

• Für die Planung des Workshops wird um Anmeldung gebeten bei Gerd Heuckeroth unter

Tel. 0 56 51/5 06 35,

Mobil unter 0157/53140540 oder per E-Mail an gcheuckeroth@unitybox.de.

 

Bericht vom 17.01.2017

Die richtige Pflege ist wichtig

 

Die Bonsaifreunde Werratal 94 möchten mit dem heutigen Folgebericht in die Bonsaipraxis einsteigen und Tipps zur Beschaffung von Pflanzenmaterial und ersten Gestaltungsarbeiten geben.

 

Zunächst muss man sich der Frage stellen, wo der zukünftige Bonsai stehen und gepflegt werden soll. Hier unterscheidet man zuerst zwischen Indoor- und Outdoorbonsai. Während Indoors das ganze Jahr über in der Wohnung gehalten werden können, sind Outdoors ausschließlich für den Garten, Terrasse und Balkon geeignet.

 

DIE INDOORS

Diese Pflanzenspezies finden wir in den Gartencentern und sie sind durchaus als Anfängerbonsais geeignet, wenn auch die Art der Erstgestaltung nicht unbedingt den Kriterien eines Bonsais entspricht. Bei diesen Indoors gibt es einiges zu  eachten. Einige Pflanzen verlangen eine intensive Pflege. Das Lichtangebot muss ausreichend sein und ein erhöhter Wasserbedarf, verbunden mit zusätzlicher Luftfeuchtigkeit ist zwingend erforderlich. Empfehlen kann ich die häufig im Angebot stehende „Chinesische Ulme“ (Ulmus parvifolia), diverse „Ficus-Arten“, „Crassula“, „Myrte“, „Olivenbaum“ und „Portulacaria“  (Elefantenstrauch). Eine solche Pflanze sollte erst einmal in Bonsaierde umgepflanzt werden, da diese häufig in lehmdurchsetzter Erde stehen. Dabei können die Wurzeln bereits eingekürzt und alle vertrockneten Äste und unschöne Triebe entfernt werden. Auch zu lange Äste können gekürzt werden. Nach wenigen Wochen kann mit der Düngung begonnen werden (Dünger und Bonsai-Erde sind im Gartencenter erhältlich). Diese Arbeiten verlegt man am besten in die Zeit von März bis September. Ab Mai bis September lieben alle diese Pflanzen auch einen Daueraufenthalt im Freien.

 

DIE OUTDOORS

Outdoors: Die einfachere Pflege gestaltet sich bei unseren einheimischen Outdoors. Hier bieten sich Eiben, Lärchen, Wacholder, Ahorn, Fichten, Buchen, Hainbuchen oder Kiefern an. Die beste Zeit, um eine Pflanze zu sammeln (nach Genehmigung), ist das zeitige Frühjahr vor Triebbeginn oder der Spätherbst. Der gewünschte Baum wird mit so viel Wurzeln und Erde wie möglich ausgegraben. Vorher sollten bereits Äste und Zweige eingekürzt oder entfernt werden, um ein Gleichgewicht zwischen Wurzeln und oberirdischem Bereich zu bekommen. Denn beim Ausgraben lässt es sich nicht vermeiden, dass Wurzelbereiche beschädigt werden. Die verbliebenen Wurzeln reichen nicht aus, um das vollständige Grün zu versorgen. Die Pflanze leidet und droht einzugehen. Besitzt man bereits einen Outdoorbonsai in einer Schale, so spielt, wie bereits am Anfang erwähnt, die Jahreszeit eine wichtige Rolle. Auch im Winter verbleiben die Bonsai draußen im Freien. Lediglich der Wurzelbereich bis zum Stammansatz sollte vor starken Frösten geschützt werden, da anders als bei frei wachsenden Gehölzen die Minustemperaturen von allen Seiten an die Wurzeln gelangen können. Der Baum ist lediglich dann nur noch vor kalten Winden und evtl. starken Sonneneinstrahlungen im Winter zu schützen. Die Outdoors sind auf Grund der Jahreszeiten auch unterschiedlichen Wachstumsrhythmen unterworfen, die sich hier auch von Art zu Art unterscheiden. Daher ist es auch wichtig zu wissen, um welchen Baum es sich handelt, den ich pflege. Während etwa eine Eibe fast das ganze Jahr hindurch geschnitten und gedrahtet werden kann, trifft dies bei einer Lärche nicht zu. Zu dieser Thematik und auch zu Stilrichtungen werden wir noch berichten.

 

• Hinweis: Am 23.April 2017 bietet unser Arbeitskreis einen Workshop für Bonsai-Einsteiger an (BGH Schwebda).

Nähere Infos dazu und Anmeldung bei

Gerd Heuckeroth, Tel. 0 56 51/5 06 35 oder

E-Mail: gcheuckeroth@unitybox.de

 

 

 

 

 

 

Ein Bonsai ist

 

niemals fertig

 

 

Nächster Tipp der Bonsaifreunde Werratal

 

 

 

Die Bonsaifreunde Werratal 94 möchten mit den heutigen Zeilen

weiter in der praktischen Bonsaiarbeit fortfahren und in die

Gestaltungsarbeit einsteigen:

Hier bestehen die Hauptkriterien unter anderem im Beschneiden

und Drahten der Bonsaibäume oder eben der Pflanzen, die einmal ein Bonsai werden sollen. Wenn diese Arbeiten vernachlässigt oder auch gänzlich unterlassen werden, wird der Bonsai normal weiterwachsen und irgendwann wieder wie ein wilder Busch aussehen.

Ein Bonsai ist demzufolge „nie“ fertig. Immer wieder muss an der Pflanze gearbeitet werden und sie bedarf der intensiven Beobachtung und Betreuung. Der Baum wurde seiner natürlichen Umgebung entnommen und muss in einer Schale mit einem begrenzten Wachstumsumfeld leben.

 

Zunächst beschäftigen wir uns mit den verschiedenen Stilformen, nach denen Bonsais gestaltet werden. Auszugsweise nennen wir nur einige dieser Formen:

 

• „Streng aufrecht“: Der Baum wächst kerzengerade nach oben.

 

• „Frei aufrecht“: Der Baum wächst leicht gewunden nach oben.

 

• „Kaskadenform“: Der Baum wächst aus der (hohen) Schale nach unten (Nachempfunden den in den Bergen aus Felsspalten herauswachsenden Spezies (Kiefern/Wacholder).

 

• „Windgepeitschte Form“: Der Baum wächst in Schräglage, die Äste sind nur einseitig am Stamm platziert.

 

• „Felsenform“: Der Baum wurzelt über einen Stein oder Felsen in die Erde.

 

• „Mehrfachstamm“: Aus einem Wurzelbereich treiben mehrere Stämme nach oben.

 

• „Waldform“: Mehrere Bäume (ungerade Zahl) werden zu einem Wald zusammen in eine Schale gepflanzt.

 

Nehmen wir als Beispiel eine Lärche: Sie ist nicht besonders schön gewachsen und weist auf einer Seite eine geringe oder unschöne Belastung auf. Hier besteht die Möglichkeit, die sogenannte „windgepeitschte Form“ zu wählen. Jetzt (Januar/Februar) entfernt man alle ungewünschten Äste auf der unschönen Seite des Baumes. Sicher befinden sich auch auf der „schönen“ Seite des Baumes Äste, die überflüssig sind und entfernt werden.

Auf der Rückseite des Bonsais verbleiben auch Äste, ebenso wenige an der Vorderseite. Hier sollte allerdings der Stamm gut sichtbar bleiben.

Zu lange Äste und Zweige werden eingekürzt. Dann werden die Äste und gegebenenfalls auch der Stamm mit speziellem Bonsaidraht umwickelt.

Dabei wird der Draht durch zwei Windungen am Stamm fixiert und dann über die entsprechenden Äste im 45-Grad-Winkel weitergeführt. Dabei sind auch die kleinen Nebenäste mit dünnerem Draht mit einzubeziehen.

Ist der Stamm Strack nach oben gewachsen, so macht es Sinn, auch diesen zu drahten. Als Nächstes wird der Baum in leichter Schräglage in eine Schale eingepflanzt, wobei sich der Baum in Richtung der verbliebenen Äste neigt.

Bei dieser Arbeit werden sogleich auch die Wurzeln beschnitten

(Faustregel: etwa ein Drittel wird entfernt).

Wichtig ist, dass so viele feine Saugwurzeln wie möglich verbleiben.

Danach wird die Erde angedrückt und gegebenenfalls aufgefüllt. Dabei muss die Erde mit einem dünnen Stäbchen in den Wurzelbereich gedrückt

werden, damit der „Wurzel-Erdkontakt“ gesichert ist und keine Hohlräume entstehen. Jetzt darf das Gießen nicht vergessen werden und eine frostfreie Aufstellung (nicht in der geheizten Wohnung) ist für dieses Jahr dann unerlässlich. Gedüngt werden kann erst dann, wenn der Baum durch frischen Austrieb anzeigt, dass er angewachsen ist. Abschließend gilt es noch zu erwähnen, dass bei der eingangs beschriebenen Erstbeurteilung des Baumes auch die Struktur der Wurzeln zu beachten sind. Sofern schöne, dickere Wurzeln vom Stamm aus weggehen, so sollten diese bei der Einpflanzung von der Oberfläche her über der Erde sichtbar sein. Dies erzeugt reiferes, älteres Aussehen.

 

 

Am 23. April findet im Bürgerhaus Werratal in Schwebda

ein „Bonsai-Einsteiger-Workshop“ statt.

Infos und Anmeldung über Gerd Heuckeroth

unter Tel. 0 56 51/ 5 06 35

oder gcheuckeroth@unitybox.de