Umtopfen und Wurzelschnitt

  1. Die Wurzeln haben die Schale ausgefüllt und können nicht weiter wachsen. Ein Bonsai leidet, wir er nicht regelmäßig umgetopft und im Wurzelbereich beschnitten.

Wurzelschnitt schafft neuen Raum in der Schale.

 

aa) Die Schale ist mit Wurzeln ausgefüllt:

 

- die Zwischenräume in der Schale nehmen ab,

- damit auch der Anteil der luftgefüllten Poren,

- Mangel an Sauerstoff behindert den Wurzelstoffwechsel.

 

          ab) Alte Wurzelsysteme verlieren die Möglichkeit, Nährsalze und

               Wasser aufzunehmen:

 

            - dafür sind die frischen Faserwurzeln und wurzelspitzen da, die

              aber nur aktiv werden können, wenn entsprechende alte Wurzeln 

              zurück geschnitten werden. Alte Wurzeln  transportieren lediglich

              das Wasser, nehmen es aber nicht auf.

            - Bedenke: begrenzter Substratbereich in der Schale kann nicht mit

              der offenen Erde in der Natur verglichen werden. Unser Eingriff ist

              notwendig.

 

         ac) In der Erziehungsphase sollten ca. 1/3 bis ½ des Wurzelsystems

               entfernt werden.

               Bei älteren und fertigen Bonsai ¼ bis 1/3 der Wurzeln.

 

        ab) Möglichkeit auf Überprüfung von Wurzelschädlingen

 

 

  1. Die Erde altert.

 

ba) Die Wurzeln breiten sich aus und verdichten sich. Der dadurch

       entstehende Druck zerstört die krümelige Struktur der Erde.

       Diese ist aber wichtig für die Wasserspeicherung und den

       Sauerstoffgehalt.

 

bb) Grobes Granulat für Erziehungsbäume. Feingranulat für alte,

      fertige Bäume.

 

 

  1. Wachstum der Wurzeln und des Laubes/der Äste muss ein Gleichgewicht darstellen.

 

          ca.) Rückschlüsse auf den Zustand der Wurzeln:

           - lange Äste/Internodien weisen darauf hin, dass auch Teile der

             Wurzeln zu lang sind.

      Also: alte Wurzeln entfernen, um auch des feine Wachstum in der

               Aststruktur zu Erreichen.

 

 

  1. Umtopfrhythmus

 

da) Erziehung: Kiefern/Wacholder jährlich oder max. alle 2 Jahre.

      Laubbäume  jährlich.

 

db)Fertige Bäume: Kiefern/Wacholder alle 3-5 Jahre, Laubbäume

     alle 1-2 Jahre.

 

dc) Zeitpunkt: (Faustregel) wenn im Frühjahr die Knospen zu

      schwellen beginnen.

 

de) Nach einem starken Rückschnitt im oberen Bereich sollte ein

      Umtopfen erfolgen, um das Gleichgewicht wieder herzustellen.

       Wichtig!!!   Allerdings nicht vorher oder nachher drahten

      –Zeitpuffer-

 

Horst Krekeler gab uns (BFW 94) gab uns den Rat, und das erscheint logisch:

 

Umtopfen im Herbst, denn dann können sich noch bis zur Ruhezeit Wurzeln entwickeln, die dann im Frühjahr genügend Substanz haben, um den Neuaustrieb zu versorgen.

Wird im Frühjahr umgetopft (immer vorausgesetzt, dass ein Wurzelschnitt begleitend ist), ist das eingekürzte Wurzelsystem nicht ausreichend in der Lage, die frischen Neuaustriebe zu versorgen. Die neuen wurzeln sind noch nicht entwickelt. Der Baum kann Probleme bekommen.