JIN / SHARI

Der Einsatz von Jin  m u s s  einen Gestaltungszweck haben – eine Erklärung!!!-.

Horst Krekeler erklärte unserem AK: „ Du musst einen Grund darstellen, warum dieser Stamm/Ast entfernt wurde, anstelle nun ein Jin steht.

 

  • Jin sollte erst dann ein Kriterium sein, wenn der Baum mind. 10 Jahre (u.U. 15/20 Jahre) alt ist. Nämlich dann, wenn sich das Kernholz gebildet hat.
  • Zeitpunkt: Mitte Frühjahr bis Hochsommer !!!!!
  • Jin-Mittel erst dann aufbringen, wenn das behandelte Holz angetrocknet ist.
  • Die Gestaltung eines Jin bietet viele Möglichkeiten (Jin-Zange, Konkavzange, Sandpapier, Fräse etc.).
  • Zu Wissen: Das Kambium löst sich mit dem Schälen ab.
  • Das Jin-Mittel sollte im 1. Jahr 2x angebracht werden, danach nur noch 1x jährlich.
  • Übrigens: Die Jahresringe erkennt man nur im Kern- und Splintholz.

 

 

Hierzu eine kleine Holzkunde:

 

Ein Stamm/Ast baut sich von außen her wie folgt auf:

 

  • Borke
  • Phlom
  • Kambium
  • Splintholz (Xylem)
  • Kernholz

 

Diese Segmente haben folgende Aufgaben:

 

Borke:

            Die Borke ist altes, verbrauchtes Phoem, ist wasserdicht und

            verhindert somit den Feuchtigkeitsverlust des Baumes.

 

Phlom:

             Das Phlom verteilt den Zucker von den Blättern zu den anderen

            Teilen des Baumes, um ihnen Wachstumsenergie zu geben (Wird z.B.

            dieser Bereich rund um einen Stamm/Ast durch Schälen oder zu

            strengem Drahten unterbrochen, stirbt der Bereich oder evtl. der 

            ganze Baum ab.

 

Kambium:

 

           Das Kambium ist eigentlich der wichtigste Teil des Baumes und ist

           nur eine Zellenschicht dick. Das K. sieht beim Schälen aus wie ein

           hellgrüner Film. Trotz der „Dünne“ des K. ist es doch sehr aktiv. Es

           produziert sowohl neue Zellen nach außen – zum Phlom -, als auch

           nach innen zum Splintholz (Xylem).

           Zum Winter kommt es zum Stillstand, ein neuer Jahresring im

           Inneren wurde geschaffen.

           Das K. ist auch dafür verantwortlich, auf alle äußeren Einflüsse des

           Baumes zu reagieren. Z.B. Ast-/Triebschnitt, Verletzungen etc. Durch

           eben der Produktion neuer Zellen (s.o.) stabilisiert das K. wieder  

          den Baum.

 

           Fazit:  Bei Jin-Gestaltungen wird das Kambium mit abgezogen.

                      Somit findet in diesem Bereich kein Wachstum mehr statt.

 

           Übrigens: Das K. ist auch verantwortlich für die Wurzelbildung bei

           Stecklingen und somit auch bei der Gestaltung einer Floßform. 

           Dabei sollte beim Schälen der Unterseite (dort, wo die Wurzeln

           entstehen sollen) vorsichtiger gearbeitet werden, eben wegen des

           Kambiums.

 

Splintholz

 

          Das S. ist gegenüber dem Kernholz das hellere Holz und ist für die

          Versorgung des Baumes mit Wasser und Nährstoffen von den

          Wurzeln bis in die oberen Bereiche des Baumes zuständig.

 

Kernholz

 

         Das K. ist das eigentliche tote Holz, ist dunkler und härter und stützt

         und trägt den Baum (war früher einem Splintholz, Kambium etc.)

 

Abschluss

 

        Jahresringe sind nur am Kern- und Splintholz erkennbar.

        Das Splintholz hat jedoch auch extreme Stabilitätseigenschaften, denn

        es wiederum trägt und versorgt die Äste und die Zweige. Dies erklärt

        auch die Tatsache, dass ein Baum existieren kann, wenn er von innen  

        hohl ist, also das Kernholz nicht mehr  vorhanden ist, aber das

        Splintholz den Baum und die Äste hält und versorgt, bis es

        dann wirklich gar nicht mehr geht.

 

                                               Aber so ist das Leben!