GOLDENER SCHNITT

Der Goldene Schnitt stellt ein Ordnungsprinzip dar, der in jeder Art von Kunst, so in der Malerei, Bildhauerei, aber auch in der Bonsaikunst Anwendung findet.

Aber nicht nur in der von Menschenhand geschaffenen Kunst, sondern auch in der Natur stellt er eine immer wiederkehrende Gesetzmäßigkeit dar. Und so hat sich der „Goldene Schnitt“ eigentlich in der Betrachtungsweise oder auch Beurteilung eines Objektes (bei uns: Baum) doch schon eingeprägt. Vielleicht nicht immer konkret, aber in irgend einer Weise doch schon, wenn auch mitunter unbewußt.

 

Auf Bonsai bezogen kann dies bedeuten, dass die „Breite“ als auch die „Höhe“ mit dem Goldenen Schnitt sehr gut im Vorfeld und während der Gestaltung beurteilt werden kann.

 

Der Goldenen Schnitt ist natürlich nicht vorgeschrieben. Er kann aber hilfreich sein, wenn Unsicherheiten hinsichtlich der Gestaltungsmöglichkeiten bestehen – insbesondere bzgl. Der Proportionen.

 

Die Grundprinzipien des Goldenen Schnittes:

 

Die Strecke, die zu beurteilen ist, ob senkrecht oder waagerecht, steht im Verhältnis von 1 : ca. 1,6.

Bsp: Der Baum ist ab Schalenrand 50 cm. hoch. Die längere Strecke beträgt ca. 31 cm, die kürzere demzufolge 19 cm.

Dies würde hier bedeuten, dass die kürzere Strecke den unteren Stamm darstellt, während ab 19/20 cm der Astbereich beginnt (s. John Naka, 1. Teil).

Die gleiche Berechnung kann man anstellen, wenn die Breite eines Baumes ermittelt werden soll.

Oder auch die Platzierung in einer Schale, oder auch zwischen den einzelnen Astetagen.

Das Verhältnis 1 . 1,6 ist dann aber immer maßgebend.

 

Habe ich natürlich extreme Gestaltungen (Literat), dann ist m.E. dieses Prinzip nicht anwendbar, auch dann nicht, wenn eine bestimmt Vorstellung besteht.

Aber der Goldene Schnitt kann eine sehr große Hilfe sein, wenn man ihn nutzt.

 

Wie eingangs erwähnt, ist der „GS“ bereits irgendwie bei uns abgespeichert, wenn auch unbewusst. Wenn wir unsere Pflanzen betrachten, die ohne Anwendung des Goldenen Schnittes gestaltet wurden, können wir sehen, dass der „GS“ ggfs. schon unbemerkt angewendet wurde.

 

Wie nun wende ich aber den Goldenen Schnitt nun an meinem Baum praktisch an?

 

  1. Ich fotografiere den Baum und teile das Bild entsprechend ein.
  2. Ich zeichne den Baum und ……….
  3. Ich lege einfach den Zollstock an und ………

 

Danach gestalte ich den Baum.

 

Wer sich intensiv mit dem Goldenen Schnitt beschäftigen möchte, dem empfehle ich die  Bücher von John Naka und die zwei Bände „Ästhetik und Bonsai“ von Francois Jeker.