DÜNGEN - Wegweiser durch den Düngedschungel

Die Baumwurzeln fangen normalerweise im März an, Haarwurzeln zu entwickeln, die Wasser und Nährstoffe aufnehmen können. Diese beiden Stoffe werden durch das Splintholz, welches sich hinter dem Kambium befindet, nach oben transportiert.

In den Blättern gewinnt das grüne Pigment Chlorophyll Energie aus dem Sonnenlicht und produziert dabei Kohlenhydrate, Stärke und Zellulose aus Wasser und Kohlendioxyd aus der Luft.   – Man nennt dies auch die „Photosynthese“.

 

Also benötigt die Pflanze zunächst

 

  • Chlorophyll
  • Kohlenhydrate
  • Stärke
  • Zellulose und
  • Kohlendioxyd.

Beschreibung der Düngerzusammensetzung :  „N P K“:

 

N = Stickstoff                          (Äste und Blätter)

P = Phosphor                         (Blüten, Früchte und Blätter)

K = Kalium                            (Wurzeln)

 

Weitere, andere Elemente sind für das Wachstum wichtig, nämlich:

  • Kalzium, Magnesium und Schwefel.

 

Hinzu kommen noch die Spurenelemente, die in kleinen Mengen benötigt werden:

  • Eisen, Mangan, Molybdan und Bor.

 

 

 

Praxis Düngung

 

Eine Gabe von je 20 % NPK in der Wachstumsphase erfüllt i.d.R. die Bedürfnisse eines Bonsaibaumes.

Ab Ende August bis Oktober sollte die Dosis auf 0-10-10 in einer schwachen Konzentration gegeben werden. Der Zuwachs wird dadurch reduziert und abgehärtet und die Frostperiode besser überstanden. Danach, zumindest bei „Outdoors“, das Düngen einstellen.

 

  • Soll eine Blüten- bzw. Fruchtbildung erreicht werden, sollte diese Dosis früher eingesetzt werden.
  • Als Starthilfe für dickstämmige Bäume aus dem Feld empfiehlt sich die Dosierung 30-10-10.
  • Etablierte Bäume benötigen 5-2-2
  • Seealgendünger hat eine gute Wirkung auf die Verzweigung fast aller Pflanzen, ohne, dass das Holz zu dick wird.

 

Zuviel Stickstoff verdickt die Äste, so dass sie u.U. nicht mehr in das Gesamtbild passen. Besser etwas weniger Dünger geben, als zuviel.

 

Demgegenüber verursacht ein Mangel an Stickstoff einen gehemmten Wuchs und kleine Blätter (diese kleinen Blätter sind dabei nicht gewünscht). Die Pflanze fängt an zu blühen, um Nachkommen zu sichern. Die gesamte Energie der Pflanze geht in diesen Prozess. Die älteren Blätter werden gelb und fallen ab. Wird dann kurzfristig Stickstoff zur Verfügung gestellt, erholt sich die Pflanze.

 

Phosphor erhöht u.a. die Widerstandskraft gegenüber der Frostperiode.

 

Kalium: dto.

 

                                    Wichtig zu wissen ist, ……….

 

  • Standort, Lichteinfall, Sorte, Bodenbeschaffenheit etc. spielen eine Rolle. Z.B. nutzt das beste Gießen und Düngen nichts, wenn der Baum zu dunkel steht.
  • Bei trockenem Substrat nie düngen!!!
  • Kieselerde/Urgesteinsmehr (Baumarkt/Gartencenter) fördert die Zellfestigkeit – saugende Insekten haben da Probleme- (2-3x jährlich 1 Teelöffel auf die Erdoberfläche oder dem Substrat untermischen).
  • Bittersalz (Magnesiumsulfat) kräftigt bei Nadelgehölzen die Nadelfarbe, insbesondere dann, wenn die Nadeln gelb werden. (In heißem Wasser auflösen und dem Gießwasser zufügen).

 

 

Abschließend:

 

Organischer Dünger wird in fester Form angeboten und besteht überwiegend aus pflanzlichen und tierischen Stoffen. Er stellt einen idealen Langzeitdünger dar.

 

Anorganischer Dünger stellt der Flüssigdünger dar. Dieser sollte, wird er ausschließlich benutzt, 1xwö. eingesetzt werden, da er leicht mit dem Gießwasser ausgespült wird (auch Regenfälle). Die Dosierung sollte auch nie stärker als angegeben sein. Auch ist hin und wieder ein Herstellerwechsel wg. der unterschiedlichen Dosierungen angebracht.

Eine sehr sinnvolle Methode ist im Sommer auch die, dem tgl. Gießen regelmäßig eine stark reduzierte Düngerdosierung beizufügen.

 

Bei mineralischem Dünger liegen die Nährstoffe in Form verschiedener Salze vor, die, sobald sie im Wasser aufgelöst sind, der Pflanze zur Verfügung stehen. Mineralischer Dünger wird auch in Form eines Langzeitdüngers angeboten. Man erkennt diese Düngerart an den kleinen Kügelchen.

 

(„Mehr“ ist teuer und hat keine Funktion, lieber etwas weniger).