Bonsaibäume –alphabetisch gegliedert-

Azaleen

 

Auf der einen Seite benötigen A. reichlich Wasser. Werden sie aber zu stark gegossen, geht dies zu Lasten der Knospen/Blüten, wenn diese gewünscht werden. Die Kraft und Energie geht dann verstärkt in die Blattbildung. Auch sollten A. häufiger gedreht werden, damit alle Pflanzenteile gleichmäßig ausreichend Licht erhalten (Blütenförderung).

 

 

Blauregen (Glyzinie/Wisteria)

 

Der B. sollte trotz seines starken Durstes sonnig stehen und reichlich gedüngt werden (nach der Blüte). Dies fördert erheblich die Möglichkeit der Blüte im nächsten Jahr. Auch eine Kultur in kleineren, aber tieferen Schalen steigert die Blühfreudigkeit.

Der Gestaltungsschnitt sollte im Winter erfolgen (keine Blätter), wobei darauf zu achten wäre, dass die Knospen für die Blüten im nächsten Jahr rundlich sind, während sich die Triebknospen länglich darstellen. Der B. setzt seine Blütenknospen am vorjährigen Holz, an den kurzen Seitenästen an.

Der Triebschnitt erfolgt dagegen im Sommer, wobei auf bis zu zwei/vier Blätter zurückgeschnitten wird.

Umgetopft wird alle 2-3 Jahre, wobei dann u.U. im Jahr darauf eine Blütenbildung ausbleibt.

Allgemein heißt es immer, dass die Schale eng und tief (Kaskadenschale) sein sollte. Dagegen spricht eine Aussage eines jap. Blauregen-Spezialisten, der nicht zu kleinen Schalen rät. –Also Ausprobieren-.

Beim Beschneiden des B. im späten Frühjahr: Entfernen nicht benötigter Zweige. Die Ranken nicht beschneiden, da diese mit noch mehr Kraft nachwachsen. Bis in den Herbst damit warten. Ggf. die Ranken kurzfristig drahten, um das Gesamtbild nicht zu schaden.

 

 

Bougainvillea

 

B. sollten weniger gedrahtet werden. Mehr durch Schnitt gestalten. Gut düngen, aber während der Blüte nicht zu viel wässern. Die B. ist nicht winterhart. Sie liebt einen sonnigen Standort mit mineralischem Substrat.

 

 

Buchen (Fagus)

 

Der Verbleib der vertrockneten Blätter über den Winter hin dient zum Schutz der bereits vorhandenen Knospen und der empfindlichen Rinde. Daher nicht das Laub entfernen.

Bei der Rotbuche sollte der erste Austrieb (Mai) auf zwei Blätter des Neuaustriebes zurückgenommen werden. Dadurch werden Knospen im Inneren aktiviert.

Das Entfernen kräftigerer Äste sollte in der Zeit von April bis Juni erfolgen.

Der Buchenschnitt sollte wie folgt geschehen: bis 4 Blätter an schwachen und bis 2 Blätter an starken Stellen belassen. Ein vollständiger Blattschnitt ist nicht ratsam, da B. zweimal im Jahr Blätter bilden. Ab Mitte Juli halbierenden Blattschnitt vornehmen (spitz zuschneiden).

Pinziert wird im April. Dabei verbleiben 2 Blätter am Trieb. Kräftige Äste von April bis Juni entfernen. Ausführlicher und sehr guter Artikel dazu in BF 76, Seite 60. 

Buchen sollten mind. alle zwei Jahre umgetopft werden, da die Wurzeln schnell die Schalen ausfüllen und der Baum stark auf Verdichtung und Sauerstoffmangel negativ reagiert.

 

 

Buchsbaum (Buxus)

 

Der Stecklingsschnitt erfolgt im Juni. Der B. ist zwar winterhart und sonnenverträglich, jedoch sollte der Wurzelballen vor beiden Extremen geschützt werden.

 

 

Chin. Ulme (Ulmus parvifolia)

 

Besonderer Tipp:!!   Wenn die Äste verholzt sind, werden alle Blätter entfernt und die Äste auf die gewünschte Länge eingekürzt. Überall dort, wo ein Blatt entfernt wurde, wird ein neuer, kleiner Ast sprießen. Dies macht man am Ende des Frühlings.

 

 

Dreispitzahorn (Acer buergerianum)

 

Der D. kann Anfang Mai zurückgeschnitten werden. Rückschnitt vor dem Laubfall ist enorm wichtig, um längere Internodien zu verhindern.

 

 

Eiben (Taxus)

 

Die zweijährigen, dunkelgrünen Nadeln zupfen. Dies fördert den neuen Austrieb.

Wurde eine E. umgetopft bzw. auch geschnitten, kann ein Zurücktrocknen mit Nadelfall erfolgen. Geduld: in der Regel treibt sie nach einiger Zeit wieder neu aus( BE 4/2006).Dies ist danach auch häufig normal bei kaltem Übergang von Winter zum Frühjahr (Schutzmechanismus der Fotosynthese). Diese Erfahrung habe ich selbst übrigens bei mir gleich zweimal an der gleichen Pflanze gemacht.

  Lt. Kimura können E. von Frhj. bis Herbst geschnitten werden. Andere Autoren gestalten E. ganzjährig. Besonders der Schnitt im Sommer regt den Austrieb am Stamm an.

Nach Auskunft von Udo Fischer (2011 in Ratingen) soll auch der Wurzelschnitt bei E. sehr vorsichtig erfolgen.

Bei der E. ist „Alles giftig, sogar extrem hoch, außer der roten Beerenhaut“, so dass mit Einmalhandschuhen gearbeitet bzw. anschl. die Hände gründlich gewaschen werden sollten.

E. können das ganze Jahr über bearbeitet werden. Größere und kräftigere Schnittmaßnahmen sollten aber auf den Winter verlegt werden. Den Schnitt nicht direkt an der Verzweigung ansetzen, sondern immer einen Stummel stehen lassen. Dieser trocknet zurück und kann danach entfernt werden.

Die Gestaltung einer E. sollte weniger über „Drahten“ erfolgen – vielmehr über „Spannen und Schneiden“.

Grundsätzlich fühlen sich eiben im Halb- oder auch Ganzschatten wohl. Im Winter sollten sie nicht unter -10 Grad c. stehen( in der Schale).

Substratempfehlung lt. B 144: Akadama/Bims/Torf oder Kokossubstrat zu gleichen Teilen.

Die Schnittwunden heilen nicht durch eine Kallusbildung wie bei anderen Weichholzarten. Daher sollten die wunden an der Rückseite oder hinter Laub verborgen werden. Auch ist u.U. eine Totholzeinarbeitung sinnvoll.

 

 

Fächerahorn (Acer palmatum)

 

Der F. wird am besten im Juni gedrahtet. Kräftige Äste von April bis Juni entfernen.

 

 

Feldahorn (Acer campestre)

 

Der F. sollte halbschattig – nicht schattig – stehen. Kräftige Äste können von April bis Juni entfernt werden.   

 

 

Fichten

 

Die F. benötigen ein durchlässiges Substrat und reichlich Wasser, -salzarm. Ein konsequentes Rückschneiden ist erforderlich. D. F. muss u.U. mehrmals gedrahtet werden, bis der Ast in der gewünschten Stellung verbleibt. Dem Substrat kann und sollte Holzkohle beigefügt werden. Die Düngung erfolgt nur mäßig. Die Gestaltung und das Umtopfen darf nicht in einem Arbeitsgang durchgeführt werden. Einige Monate pausieren. Der Standort sollte halbschattig erfolgen oder langsam an die vollsonne gewöhnt werden.

 

 

Ginkgo (G. biloba)

 

Die Knospen in der Spitze sind in der Regel besonders kräftig und bringen lange Triebe hervor. Diese können im Mai auf ein bis zwei Knoten zurückgeschnitten werden. Beschneidet man die kräftigen Enden, so entwickeln sich neue, kleine Triebe. Die Struktur entsteht nach und nach, indem man die kräftigeren Bereiche bearbeitet und die kleinen Knospen sowie dünne, kurze Zweige stehen lässt. Dreimal im Jahr wird beschnitten: Im Frühjahr vor Beginn des Wachstums, im Mai oder Juni, wenn die neuen Triebe bereits ausgereift sind und schließlich im Herbst.

Das Umpflanzen erfolgt im Frühjahr, bevor das Wachstum einsetzt, zusammen mit dem Beschneiden. 

 

 

Granatapfel

 

Der G. ist ähnlich wie die Bougainvillea zu pflegen. Die Anzucht aus Samen ist sehr erfolgreich (Frucht aus dem Obstgeschäft).  

 

 

Hainbuchen

 

H. lieben die Sonne, aber nicht den Wind und auch keine Trockenheit. Aber vor andauernder Vollsonne schützen. Der Verbleib der vertrockneten Blätter über den Winter hin dient zum Schutz der bereits vorhandenen Knospen und der empfindlichen Rinde. Daher das Laub nicht entfernen.

 

 

Hemlocktanne  (Tsuga)

 

Der Standort der H. sollte im Frühjahr sonnig und im Sommer halbschattig sein.

Hinsichtlich des Feuchtigkeitsbedarfes sollte die H. auch häufig übersprüht werden.

Die Pflanze ist frostsicher. Von Juni bis Aug. sollte nicht gedüngt werden. Die Hauptdüngezeit ist Sept. und Oktober. Vermindert gedüngt wird im Frühjahr. 

Wenn möglich, beim auslichten immer die dünneren Triebe belassen. So können weitere, kleinere Etagen neu geschaffen werden.

Erste Arbeitsschritte: Auslichten, Drahten und Stellen:  Alle zweijährigen Nadeln werden an den kräftigen langen Zweigen entfernt. Nun kann „bis ins Grün“ gedrahtet werden.

Bei stärkeren Ästen sollte Spanndraht genutzt werden.

In der Natur bildet die HT häufig Totholz aus, insbesondere abgestorbene Astspitzen. Dies kann bei der Gestaltung Berücksichtigung finden.      

Pinzieren der H. bitte nur alle zwei Jahre vornehmen, da die Pflanze zu sehr geschwächt würde.

 

 

Jap. Sicheltanne (Cryptomeria japonica)

 

Die JS benötigt sehr viel Wasser und reichliche Düngergaben. Den Dünger im Hochsommer allerdings reduzieren aber wieder im Sept./Okt. steigern.

Es wird ein sonniger Standort gefordert. Regelmäßiges Pinzieren und Schneiden ist unerlässlich. Die Spitze muss immer wieder ausgewechselt werden!!!!!

 

 

Junischnee (Serissa)

 

Die Pflanze darf nie !!!! austrocknen. Auch im Winter tgl. zusätzlich übersprühen. Den Wurzelschnitt max. um ¼ vornehmen. Das Blattgrün aber gleichzeitig bis zu 1/3 entfernen.

 

 

Kiefern (Pinus)

 

Die alten Nadeln entfernen und die jüngeren N. am Astende belassen. Die fördert die Reduzierung auf kürzere Nadeln.

Die Kiefern sind am besten über den Winter hin zu drahten.

Eine Kiefer niemals überwässern und auch nicht austrocknen lassen.

 

 

Korkeichen

 

K. trocken halten. Der Baum liebt es, über die Blätter besprüht zu werden.

 

 

Lärchen (Larix)

 

L. oder auch andere Bäume, die im Sommer die Sonne benötigen, sollte man bei andauernder starker Sonneneinstrahlung auch den Halbschatten gönnen, da, auch bei guter Wasserversorgung, die Schale extrem aufgeheizt wird und somit die Wurzeln verbrennen.

Die Lärchen lieben Wasser und gute Düngergaben in der Hauptwachstumszeit.

 

 

Mädchenkiefer (Pinus parviflora)

 

MK in die Sonne? Oder nicht?!!!  Zur Entwicklung kleinerer Nadeln und Äste ist der Halbschatten zu bevorzugen. Wenn das erreicht ist, ist ein vollsonniger Standort sinnvoll, denn der schwächt das schnelle Wachstum ab – hängt sicher auch von der Jahreszeit ab-. Das Umtopfen sollt nur (und nur bei der MK) ab Mitte Aug. bis Anf. Sept. erfolgen (Kimura).

Ständig beschattete Äste sterben ab. Häufig die Nadeln übersprühen. Die Düngung sollte nur mäßig erfolgen. Lediglich im Sept. sollte die MK eine kräftige Düngung erhalten. Umgetopft wird im ztg. Frühjahr, bevor sich die kerzenartigen Triebe strecken. Gedrahtet wird im Winter – im Sommer auf das einwachsen des Drahtes achten.

Der Rückschnitt der Nadeln bei MK erfolgt mit der Schere – nicht Zupfen -, da ansonsten das empfindliche Astgewebe beschädigt werden kann. Der Schnitt erfolgt bis auf 1-2 mm und zwar bei den älteren Nadelgenerationen.

 

 

Olive

 

Mai/Juni Blattschnitt, bis auf das letzte Blattpaar, welches am Ende eines Zweiges verbleiben soll. Gleichzeitig Astschnitt. Die O. treibt dann neu aus, auch am Altholz, so dass die Verzeigung gefördert wird.

 

 

Rotkiefer (P. densiflora)

 

Die Kerzen im Frühjahr pinzieren und bei Sommeranfang oder Herbst wird mit dem Entfernen der Triebe und dem Auslichten der Nadeln die Ausgewogenheit und Wuchskraft des Baumes überprüft. Zweigwerk auf zwei Zweige reduzieren, Triebe und Nadeln (Länge) regulieren. Der Zweitaustrieb reift erst im Oktober aus und daher kann in diesem Bereich erst ab diesem Zeitpunkt mit den entsprechenden Arbeiten begonnen werden.

 

 

Scheinzypresse (Chamaecyparis)

 

Im Sommer liebt die Pflanze die volle Sonne. Sie ist zwar winterhart, sollte aber vor starken Winden und Frösten geschützt werden.

Die Hinoki-SZ ist eine widerstandsfähige Art, die das ganze Jahr über beschnitten werden kann. Ein besonders guter Zeitpunkt ist jedoch die Ruhephase im Winter.

Beim Drahten ist darauf zu achten, dass die Zweige nicht gedreht werden, da die Art hinsichtlich des Laubes eine Ober- und Unterfläche hat.

Ganz wichtig ist, dass die Triebe niemals gezupft werden dürfen.   

 

 

Schwarzkiefer (P. thunbergii)

 

Die Kerzen im Frühjahr pinzieren und bei Sommeranfang oder Herbst wird mit dem Entfernen der Triebe und dem auslichten der Nadeln die Ausgewogenheit und Wuchskraft des Baumes überprüft. Zweigwerk auf zwei Zweige reduzieren, Triebe und Nadeln (Länge) regulieren. Der Zweitaustrieb reift erst im Oktober aus und daher kann in diesem Bereich erst ab diesem Zeitpunkt mit den entsprechenden Arbeiten begonnen werden. Von daher ähnelt die Vorgehensweise die der Rotkiefer.

 

 

Wacholder (Juniperus)

 

Der W. bildet in der Regel eine schuppige, graue Borke aus, die u.U. nicht schön anzusehen ist. Die Schuppen kann man mit einer Drahtbürste/Zahnbürste entfernen. Es tritt dann das schöne, rotbraune Holz zutage, welches mit Mandelöl eingerieben werden sollte. Dies ergibt einen attraktiven Farbkontrast zu dem kräftigen Grün des W. oder eines evtl. gestalteten Jin`s. Außerdem bietet die nun glatte Oberfläche weniger Unterschlupfmöglichkeiten für Schädlinge etc.. Der W., hier insbesondere der Igel-Wacholder (J. rigida) ist empfindlich gegen Übersprühen etc. des Laubes, da dann leicht Pilz- oder Schädlingsbefall droht.

Wenn die Wintertemperaturen 5 Grad + übersteigen, sollte der W. hell stehen, da dann bereits seine Photosynthese einsetzt.

Umtopfen von W.: Jap. W.-Experten topfen kurz vor dem Hochsommer bzw. im Spätsommer um, da beim Umtopfen im Frhj. oft ein vermindertes Wachstum in der Wachstumsperiode stattfindet. Auf unsere Breitengrade übertragen, würde dies die Monate Mai/Juni bzw. Sept. bedeuten.

Wacholder sollten auch nicht zu oft umgetopft werden.

 

 

Winterlinde  (Tilla cordata)

 

Größere Äste sollten im Frühjahr oder whrd. der Vegetationsperiode entfernt werden, da in dieser Zeit die Schnittstellen besser verwachsen. Größere Schnittstellen verschließt die WL nur langsam. Sie müssen gut versorgt werden.

Jeder Neuaustrieb wird pinziert und überzählige Knospen am Stamm rechtzeitig entfernt. Spätestens Ende Aug. wird das Pinzieren und Zurückschneiden eingestellt.

Ein Blattschnitt, der kurz nach dem Laubaustrieb im Frühjahr erfolgen sollte, wird sehr gut vertragen und dient zudem als Pflanzenschutz, weil damit viele Frühstadien von Schädlingen entfernt werden, bevor sie die Linde schädigen können.

Die Vegetationsperiode ist die beste Zeit zum Drahten. Am besten geschieht dies im Frühjahr, wenn die Knospen zu schwellen beginnen. Diese Drähte werden meist schon im Juni zu eng. Daher entfernen und ggf. neu drahten.

WL. Sollten nicht länger als zwei Jahre im selben Substrat stehen. Man topf am besten im Frühjahr um.

Werden schon bei den noch jungen Pflanzen konsequent alle unter dem Stamm nach unten gerichteten Wurzeln entfernt, entwickeln sich zahlreiche Seitenwurzeln und es bildet sich ein schönen Nebari.

 

 

Zeder (Cedrus)

 

Die Z. wird von Ende März bis Ende Juni!!! Umgetopft.

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Zirpelkiefer (P. cembra)

 

Die Z. mag keine Drahtarbeiten und starke Biegungen. Eine Verzweigung erfolgt „sparsam“. Auch im Gegensatz zu den anderen K. liebt sie saure Substrate. Leichte Dauerfeuchtigkeit –keine Nässe!!!-  Sprühen!!

 

 

Zypresse (Thuja)

 

Die Z. muss immer feucht gehalten werden und liebt das Übersprühen. Das Substrat ist mineralisch/durchlässig zu wählen. Auch eine regelmäßige, gute Düngergabe ist sinnvoll.

Niemals das Laub schneiden – immer nur verholzte Triebe. Das Laub und den Neuaustrieb zupfen.