10. "JIN" (von Gerd Heuckeroth)

Jin

 

Der Einsatz von „JIN“ muss einen Gestaltungszweck haben.

 

– eine Erklärung –

 

(Horst Krekeler erklärte unserem AK: „Du musst einen Grund darstellen, warum dieser Stamm/Ast entfernt wurde, anstelle nun ein Jin steht“.

 

-         Jin sollte erst dann ein Gestaltungskriterium sein, wenn der Baum mind. 10 Jahre (u.U. 15/20 Jahre), alt ist, nämlich dann, wenn sich das Kernholz gebildet hat.

 

-         Zeitpunkt:   Mitte Frühjahr bis Hochsommer!

 

 

Jin-Mittel erst dann anbringen, wenn das behandelte Holz angetrocknet ist.

Die Gestaltung eines Gin bietet viele Möglichkeiten (Jin-Zange, Konkavzange,

Sandpapier, Fräse, etc.)

 

Zu wissen: Das Kambium löst sich mit dem Schälen ab!

 

Das Jin-Mittel sollte im 1. Jahr 2x angebracht werden, danach nur noch 1x jährlich.

 

Übrigens: Die Jahresringe erkennt man nur im Kern- und Splintholz.

 

           

Ein Stamm/Ast baut sich von außen her wie folgt auf:

 

-         Borke,

 

-         Phlom,

 

-         Kambium,

 

-         Splintholz (Xylem)

 

-         Kernholz

 

 

Diese Segmente haben folgende Aufgaben:

 

Borke:

 

Ist altes , verbrauchtes Phlom, ist wasserdicht und verhindert somit den

Feuchtigkeitsverlust des Baumes.

 

 

Phlom:

 

Verteilt den Zucker von den Blättern zu den anderen Teilen des Baumes, um

ihnen Wachstumsenergie zu geben. (Wird z. B. dieser Bereich rund um einen Stamm/Ast durch Schälen oder zu strengem Drahten unterbrochen, stirbt der Bereich oder auch der gesamte Baum.).

 

 

Kambium:

 

Ist eigentlich der wichtigste Bereich des Baumes und ist nur eine Zellenschicht

dick. Das Kambium sieht aus (beim Schälen), wie ein hellgrüner Film. Trotz der „Dünne“ des Kambium ist es doch sehr aktiv. Es produziert sowohl neue Zellen nach außen – zum Phlom- , als auch nach innen zum Spintholz (Xylem).

Zum Winter kommt es zum Stillstand, ein neuer Jahresring im Inneren wurde geschaffen.

Das Kambium ist auch dafür verantwortlich, auf alle äußeren Einflüsse des Baumes zu reagieren.

Z. B. Astschnitt/Triebschnitt/Verletzungen etc..

Durch eben der Produktion neuer Zellen (s.o.) stabilisiert das Kambium den Baum.

 

Fazit: Bei Jin-Gestaltung wird das Kambium mit abgezogen. Somit findet in diesem Bereich kein Wachstum mehr statt.

 

Übrigens: Das Kambium ist auch verantwortlich für die Wurzelbildung bei Stecklingen und somit auch bei der Gestaltung einer Floßform.

Dabei sollte vielleicht beim Schälen der Unterseite (dort, wo die Wurzeln entstehen sollen) vorsichtiger gearbeitet werden (Kambium).

 

 

Splintholz:

 

Ist gegenüber dem Kernholz das hellere Holz und ist für die Versorgung des

Baumes mit Wasser und Nährsalzen von den Wurzeln bis in die oberen Bereiche des Baumes zuständig.

 

 

Kernholz:

 

Ist das eigentliche tote Holz, ist dunkler und härter und stützt und trägt den

Baum. (War früher einmal Splintholz, Kambium etc.)

  

 

Abschluss:

 

Jahresringe sind nur am Kern- und Splintholz erkennbar.

Das Splintholz hat jedoch auch extreme Stabilitätseigenschaften, denn es wiederum trägt und versorgt die Äste und die Zweige. Dieses erklärt auch die Tatsache,dass ein Baum existieren kann, wenn er von innen hohl, ist, also das Kernholz nicht mehr vorhanden ist, aber das Splintholz den Baum und die Äste hält und versorgt – bis es dann wirklich gar nicht mehr geht.

 

                                           Aber so ist das Leben!