1. Beispiel einer Gestaltung

a.)

Bei dem Wacholder muss zunächst die Spitze neu aufgebaut werden. Dazu wird der lange Spitzentrieb mit Hilfe eines Spanndrahtes herabgezogen. Einen seiner Nebenzweige bringt man somit in die Spitzenposition. Alle Äste, die noch Dickenwachstum benötigen, lässt man zusätzlich stark durchtrieben.

b.)

Reste von dicken Ästen, die schon vor einiger Zeit abgeschnitten wurden, werden als “Jin“ bearbeitet. Der neue Spitzentrieb hat sich in seiner neuen Position stabilisiert. Die lang ausgewachsenen Äste sind stark beschnitten.

c.)

Für weiteres Dickenwachstum lässt man die Äste erneut durchtreiben.

d.)

Wieder werden die kräftigen durchgetriebenen Äste stark zurückgeschnitten. Der Rückschnitt geht dabei hinter die Linie des gedachten ungleichschenkligen Dreiecks der Endgestaltung zurück. Auf diese Weise haben wir noch Raum für den Aufbau der feinen Verzweigung der Äste.

e.)

Die folgende feine Verzweigung wird mit einer bis ins Feinste gehenden Drahtung in Form gebracht.

f.)

Zur Ausgestaltung der Laubpolster werden die feinen, noch weichen Triebe regelmäßig gezupft.

g.)

Durch Ausdünnen der Triebe erzielt man eine höhere Transparenz des Bonsai.

h.)

Durch regelmäßiges Zupfen bekommt man im Laufe der Zeit die für den Wacholder typischen dichten, wolkenförmigen Laubpolster. Durch „Shari-Bereiche“ wird die Aussagekraft des Stammes gesteigert. Die gewählte Schale unterstreicht die Gesamtgestaltung.