5. Gestaltung eines Gartenbonsai`s

Bild: Manfred Siebert

Dass sich die Bonsaifreunde mit den kleinen Bäumen im Topf (Bonsai) beschäftigen, ist ja bekannt.
Doch seit 4 Jahren haben sie auch die Gestaltung und Pflege eines sicher
ca. 50 Jahre alten Wacholders übernommen, der neben dem Bürgerhaus
Werratal in Schwebda steht.
Aus diesem soll nun im Laufe der Jahre ein sogenannter "Gartenbonsai"
entstehen, der eben nicht in einer Schale steht, sondern weiter im Freiland wächst. Dabei werden dem Grunde nach die gleichen Gestaltungskriterien angewendet, wie bei den kleinen Verwandten in der Schale.

Lediglich das Umtopfen und das Beschneiden der Wurzelnentfällt logischerweise.

Im Spätherbst des Jahres 2008 wurde der erste Eigriff vorgenommen. Dabei
wurden alle entbehrlichen Äste entfernt, damit zunächst eine Grundrichtung erkennbar wurde. Dass dies bei einem so alten Wachholder "Knochenarbeit" heißt, kann man verstehen, denn altes Wacholderholz kann steinhart sein.

Großes Gerät war angesagt.


Weiterhin wurden radikal die Grünbereiche gestutzt und immer wieder
weitere Äste und Ästchen entfernt, bis nach einer fast ganztägigen
Arbeit von 7 Bonsaifreunden zuerst einmal von einer Grundzufriedenheit
ausgegangen wurde.
Sicher sah der Baum erst einmal ein wenig zerrupft aus, was aber normal
war, denn die Folgejahre sollen dann erst das Ergebnis bringen.
Jetzt konnte sich der Baum erst einmal bis zu den nächsten Einsätzen
erholen und neu durchtreiben.


Diese erfolgten dann Ende 2009 und 2010. Dabei beschränkten sich die
Arbeiten hauptsächlich auf die Formgebung des laubes und grobere Astschnittarbeiten wurden immer weniger. Auch der
zeitliche Arbeitsaufwand reduzierte sich erheblich. Der Wacholder nahm
nun wirklich immer mehr an Schönheit zu und der letzte Einsatz der
Bonsaifreunde fand im zeitigen Frühjahr 2012 (siehe Nachgestaltung BGH Schwebda - 2012) statt.


Wie sich der Baum z.Zt. präsentiert, läßt erahnen, wie ein Gartenbonsai
aussehen kann, wenn regelmäßig daran gearbeitet wird. Auch dieser
Wacholder wird noch Jahre brauchen, bis er zu einem korrekten Gartenbonsai wird.
Ergänzend dazu sei noch bemerkt, dass auch bei einem dann fertigen
Bonsai die regelmäßige Weiterpflege und Gestaltung weiterhin notwendig
bleibt, denn ansonsten wächst der Baum aus der Form, gerade so, wie es
ihm gefällt.


Wie im Bericht erwähnt, sind die Arbeiten am besten im Spätherbst oder
auch zum Ausklang des Winters am besten durchführbar, da dann der Baum
wenig Saftfluss hat und in der Winterruhe steht.
Ein Gartenbonsai- oder Bonsai allgemein- besitzt keine regelmäßigen
Laubpolster (gleichmäig rund oder oval etc), sondern unregelmäßig aufgebaute Etagen, um den Eindruck eines großen, alten Baumes zu vermitteln.

Geeignete Pflanzen für eine solche Gestaltung können in unseren
Bereichen z.B. sein:

Lärchen, Buchen, Hainbuchen, Kiefern, Ahorne - besonders Fächer und
Federahorne und eben Wacholder.

Unter der Federführung des Seniors unseres Arbeitskreises, Horst
Hämmerling, wurde nun auch ein Stein mit einer Tafel gesetzt, die den
Namen des Baumes und den unseres Arbeitskreises enthällt.

Text: Gerd Heuckeroth